Harnwegsinfektionen (HWI) gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen, insbesondere bei Frauen. Sie entstehen meist, wenn Bakterien – häufig aus dem Darm – über die Harnröhre in die Blase gelangen. Eine frühzeitige Behandlung und gezielte Vorbeugung können Beschwerden lindern und erneute Infektionen verhindern.
Symptome einer Harnwegsinfektion
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang, oft mit nur kleinen Urinmengen
- Trüber, übelriechender oder verfärbter Urin
- Schmerzen im Unterbauch
- Allgemeines Krankheitsgefühl
- Kein vaginaler Juckreiz oder Ausfluss wie beim Scheidenpilz oder einer Vaginose
Warnzeichen, bei denen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte:
- Fieber oder Schüttelfrost
- Schmerzen in der Nierengegend (Flanken)
- Blut im Urin
- Beschwerden bei Kindern, Schwangeren oder Männern
Tritt eine Harnwegsinfektion zum ersten Mal im Leben auf, muss eine ärztliche Abklärung erfolgen!
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Ursache:
- Pflanzliche Arzneimittel mit harntreibender, entzündungshemmender oder antibakterieller Wirkung (z. B. Canephron, Angocin, Nieren-Blasen-Dragees)
- Entzündungshemmende-, Schmerz- und krampflösende Massnahmen zur Linderung der Beschwerden
- Antibiotika bei bakteriellen Infektionen (nur nach ärztlicher Verschreibung oder notfallmässig bei unkomplizierten HWI beim Apotheker mit einer vertieften Abklärung)
Wichtig: Eine begonnene Therapie sollte immer vollständig durchgeführt werden!
Unterstützend hilft:
- Viel trinken (mindestens 1,5–2 Liter täglich)
- Wärme, z. B. Wärmflasche für den Unterbauch
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Prophylaxe bei häufigen Infektionen
Bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen können vorbeugende Maßnahmen sinnvoll sein:
- Einnahme von D-Mannose, die das Anhaften von Bakterien an der Blasenwand erschwert
- Cranberry-Produkte zur Reduktion des Bakterienwachstums
- Probiotika zur Stabilisierung der Scheiden- und Darmflora
- Ärztlich begleitete Langzeitprophylaxe bei sehr häufigen Infekten
Vorbeugung im Alltag
Mit einfachen Gewohnheiten lässt sich das Risiko deutlich senken:
- Ausreichend trinken, um die Harnwege „durchzuspülen“
- Regelmässiges und vollständiges Entleeren der Blase
- Nach dem Geschlechtsverkehr möglichst bald zur Toilette gehen
- Intimhygiene von vorne nach hinten
Vermeidung – Tipps und Tricks
- Unterkühlung vermeiden, nasse Kleidung rasch wechseln
- Keine zu enge oder synthetische Unterwäsche tragen
- Auf aggressive Intimwaschprodukte verzichten
- Bei Bedarf pH-neutrale Pflegeprodukte verwenden
- Stress reduzieren, da er das Immunsystem schwächen kann
Harnwegsinfektionen sind unangenehm, aber gut behandelbar. Wir als Apotheke bieten Ihnen kompetente Beratung und wirksame Unterstützung – von der Akuttherapie bis zur langfristigen Vorbeugung. Bei Unsicherheiten oder schweren Symptomen sollte jedoch immer ärztlicher Rat eingeholt werden.